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Die Zusammenarbeit zwischen der Migrationsberatung und den Vorintegrationsangeboten

Die Migrationsberatungsstellen arbeiten in breiten Netzwerken. Einer der Netzwerkpartner ist das Angebot zur Vorintegration der Diakonie, mit dem Menschen vor ihrer Zuwanderung nach Deutschland beraten werden.

Zielgruppe der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte sind zugewanderte Menschen, die bereits in Deutschland leben. Für Menschen, die kurz vor einem Zuzug nach Deutschland stehen – etwa mit einem Arbeitsvisum oder für einen Familiennachzug – und möglicherweise ähnliche Fragen haben, ist die MBE dagegen nicht zuständig. Für sie gibt es inzwischen in vielen wichtigen Zuwanderungsländern die Vorintegrationsangebote der Diakonie. „Vorbereitet und erfolgreich nach Deutschland“ (VnD) wird von der Diakonie Baden und Württemberg mit weiteren diakonischen Landesverbänden und in enger Zusammenarbeit mit der Diakonie Deutschland umgesetzt.

Maja Kliem, Projektleiterin Internationale Migrationssozialarbeit bei der Diakonie, erläutert die Bedeutung dieser Beratung: „Angebote der Vorintegration informieren, beraten, unterstützen und begleiten Zuwanderungsinteressierte bei allen Fragen zum Arbeits- und Alltagsleben und zur Vorbereitung auf das Leben am neuen Wohnort in Deutschland. Dabei spielt auch der Schutz vor Ausbeutung, unseriösen Agenturen und anderen Abhängigkeiten eine wichtige Rolle.“ Das Angebot der Vorintegration umfasst verschiedene Maßnahmen, um Menschen vor der Ankunft in Deutschland auf ihre (potenzielle) Migration zu unterstützen, etwa Beratungs- und Informationsangebote, Kurse und sprachliche Bildung. Dabei geht es gerade auch darum, die oft langen Wartezeiten zwischen einer absolvierten Sprachprüfung und dem Visumerhalt sowie dem Beginn einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit in Deutschland zu überbrücken und sinnvoll zu nutzen. Im Rahmen des Vorintegrationsangebots der Diakonie unterstützen 33 Beratungsfachkräfte Menschen, die nach Deutschland zuwandern wollen, in zwölf Staaten (sowie teilweise auch in einem regionalen Ansatz Menschen in den Nachbarstaaten): Albanien, Armenien, Äthiopien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Kosovo, Marokko, Nordmazedonien, Nigeria, Serbien, Türkei und Ukraine. Darüber hinaus werden von Deutschland aus russischsprachige Menschen beraten. In den jeweiligen Ländern sind die Vorintegrationsangebote eng mit weiteren Akteuren vernetzt, etwa mit den Goethe-Instituten, mit den Auslandshandelskammern und den durch das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) betriebenen Zentren für Migration und Entwicklung.

Die MBE und die Vorintegration der Diakonie arbeiten beispielsweise zusammen, wenn Menschen, die nach Deutschland umziehen werden, ihren künftigen Wohnort bereits kennen. Um eine nahtlose Unterstützung der zugewanderten Menschen zu gewährleisten und den Start in Deutschland zu unterstützen, können Fallübergaben von der Vorintegration an die MBE oder die Jugendmigrationsdienste (JMD) sinnvoll sein. „Die Beratungsfachkräfte können im Sinne einer kollegialen Beratung Antworten auf Fragen bekommen, zu denen nur Ortsansässige zuverlässig Auskunft geben können“, berichtet Maja Kliem. Die MBE berät jedoch die Ratsuchenden im Ausland nicht direkt und beschränkt sich auf die Beratung im Inland. „Bei der Zuwanderung von Fachkräften und angehenden Fachkräften sowie in Visa-Fragen ist die Tandemberatung besonders hilfreich.“ Über die Zusammenarbeit von Migrationsberatungsdiensten in Deutschland und dem Angebot der Vorintegration in den verschiedenen Herkunftsländern könnten die Ratsuchenden an die für sie passenden ersten Anlaufstellen vermittelt werden „Die Beratungsfachkräfte von MBE und JMD einerseits und der Vorintegration andererseits lernen sich in Netzwerktreffen kennen, welche wir von der Projektsteuerung der Diakonie vornehmlich über die Landeskoordinationen der Migrationsfachdienste organisieren. Hierzu werden dann auch lokale Integrationsakteure aller Wohlfahrtsverbände, weiterer Projekte und zuständiger Behörden eingeladen.“

„Von der transnationalen Verkettung der Beratung durch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Vorintegrationsstellen im Ausland erhoffe ich mir, dass zukünftig Ratsuchende in die MBE-Beratungsstellen im Inland kommen, die nicht nur sehr motiviert sind, sondern auch bereits so vorbereitet sind, dass der Beratungsprozess an ihre Ziele, Kompetenzen und Möglichkeiten vor Ort anknüpfen kann“, sagt MBE-Berater Sebastian Atmer vom Diakonischen Werk im Kirchenkreis Lübbecke. „Diese zielgerichtete Entfaltung individueller Potenziale im Rahmen der MBE begleiten zu dürfen, stellt für mich als Berater eine besondere persönliche Bereicherung dar, weil sie die Integrationsprozesse der Ratsuchenden beschleunigt und erfolgreich macht.“

Weiterlesen

Informationen vor der Einreise

Vorbereitet und erfolgreich nach Deutschland. Homepage des Projekts Vorintegration für Ratsuchende vor der Einreise nach Deutschland

Diakonie Deutschland, Wegweiser nach Deutschland. Informationen und Beratungsangebote in Nigeria. Broschüre vom Oktober 2024 – außerdem verfügbar auf Englisch

Diakonie Deutschland, Wegweiser nach Deutschland. Informationen und Beratungsangebote in Marokko. Broschüre vom September 2025 – außerdem verfügbar auf Französisch und Arabisch

Diakonie Deutschland, Wegweiser nach Deutschland. Informationen und Beratungsangebote in Kosovo. Broschüre vom Oktober 2024 – außerdem verfügbar auf Albanisch

Diakonie Deutschland, Wegweiser nach Deutschland. Informationen und Beratungsangebote in Serbien. Broschüre vom Oktober 2024 – außerdem verfügbar auf Serbisch

Informationen nach der Einreise

Diakonie Deutschland, Ankommen in Deutschland. Erste Schritte nach der Einreise, Broschüre vom September 2025 – außerdem verfügbar auf Englisch, Französisch, Arabisch, Albanisch, Serbisch

Fotonachweis

Symbolbild Beratung, © migrationsberatung.org/Fiona Körner



© Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte