Eingabehilfen öffnen

Zum Hauptinhalt springen

Spotlight Leipzig: Stadt schätzt Professionalität und Beständigkeit der MBE

Welche Bedeutung hat die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte für Kommunen? Wie wichtig ist aus kommunaler Sicht die Zusammenarbeit mit den Migrationsfachdiensten? Im Gespräch bieten Frau Alves und Frau Lorenz aus dem Referat für Migration und Integration der Stadt Leipzig Einblicke in die kommunale Perspektive.

Im Frühjahr 2025 hatten die MBE-Beratungsstellen in Leipzig über die enge Zusammenarbeit mit der Kommune berichtet. Nun blicken zwei Mitarbeiterinnen der Stadt Leipzig auf das Zusammenwirken von MBE und Kommune. Frau Alves ist amtierende Leiterin des Referats für Migration und Integration, das in der Stadt Leipzig Teil des Dezernats Soziales, Gesundheit und Vielfalt ist. Frau Lorenz ist Beraterin für aufenthalts- und migrationsrechtliche Fragen im selben Referat. Beide arbeiten seit über zehn Jahren im Bereich Migration und stehen seither im engen Austausch mit den Migrationsfachdiensten. Zum Referat gehört auch das Willkommenszentrum Leipzig, in dem neben der Kommune selbst auch die MBE und die Jugendmigrationsdienste (JMD) ihre Beratung anbieten.

Kommunale Perspektiven auf die MBE

Frau Alves, Frau Lorenz, wie blicken Sie von Seiten der Kommune auf die Arbeit der MBE?

Frau Alves: Die wichtigsten Aspekte sind die Professionalität und die Beständigkeit der MBE. Das heißt, wir haben aus Sicht der Kommune immer verlässliche Partnerinnen und Partner und Träger, die fachlich eine Expertise haben, die auch nicht unbedingt vergleichbar ist mit anderen niedrigschwelligen Beratungsstellen für Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Es sind verlässliche Strukturen, auf die wir verweisen können mit dem Blick auf das kommunale Integrationsmanagement. Denn wenn wir als Kommune oder wir als Referat sagen „Wir steuern das gesamte Thema Integration“, ist es natürlich auch wichtig, diese professionellen Strukturen in der Stadt zu haben.

Was würde Ihnen vor Ort ohne die MBE in Fragen von Integration und Teilhabe fehlen?

Frau Alves: Ohne die MBE wäre es natürlich schwierig, geeignete Beratungsstellen zu finden, an die man die Menschen verweisen kann. Wir haben in Leipzig ein Zuwanderungsplus im Bereich Migration, also Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Und es sind ja auch nicht nur Geflüchtete. Migration ist sehr vielschichtig. Es kommen Menschen von überall und aus den unterschiedlichsten Gründen, vor allem auch im Zusammenhang mit der Fachkräftezuwanderung und aus der Ukraine, hierher. Weil man auch aufgrund politischer Umstände in den Kommunen eventuell nicht immer die Mittel zur Verfügung hat, um andere Beratungsstellen zu unterstützen und zu fördern, ist es gut, dass es bundesweit dieses Programm mit diesen Qualitätsmerkmalen gibt.

Frau Lorenz: Ich würde noch ergänzen, dass man durch die Einzelfallberatung, die immer einen Blick auf die Mikroebene hat, auf der kommunalen Ebene sieht: Was sind eigentlich Probleme im Prozess? Denn die Ratsuchenden gehen mit allen Fragen des täglichen Lebens zur MBE. Und es sind oft Problemstellungen, bei denen die Kommune involviert ist. Wenn Prozesse nicht gut funktionieren, wird das in der Beratung bei der MBE sehr schnell sichtbar. Solche Probleme werden durch unsere enge Zusammenarbeit sehr schnell an die Kommune herangetragen und wir können ihnen entgegensteuern. Es können manchmal auch Probleme im Vorhinein vermieden werden, weil wir so eng zusammenarbeiten.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Frau Lorenz: Wenn immer wieder Menschen zur MBE gehen und sagen „Mein Arbeitgeber versteht die Fiktionsbescheinigung nicht“, bitten uns die Beratungsstellen: Könnt Ihr auf der Homepage der Ausländerbehörde vielleicht eine Informationsseite einrichten, die erklärt, dass die bisherigen Pflichten und Rechte aus der Aufenthaltserlaubnis weiterbestehen? Der Arbeitgeber kann sich dann auf einer „vertrauenswürdigen“ Internetseite informieren und Informationen durch die Ausländerbehörde erhalten. Dadurch wird dann auch die MBE entlastet, weil nicht jede Person in die Beratung gehen muss und anfragt, ob man vielleicht den Arbeitgeber kontaktieren kann, um diesem die Fiktionsbescheinigung zu erklären.

Wir stellen mittlerweile bei sehr vielen Aspekten, zum Beispiel auch bei der Verlängerung der Aufenthaltstitel für die Ukrainerinnen und Ukrainer, sehr viele Informationen auf die Internetseite, um einerseits die Beratungsdienste ein Stück weit zu entlasten und andererseits auch eine Möglichkeit zu bieten, die Informationen zu teilen – auch über die MBEs –, die man als Kommune selbst als wichtig erachtet.

Enger und etablierter Austausch in der AG Migrationsfachdienste

In der AG Migrationsfachdienste treffen sich das Referat für Migration und Integration, die Beratungsstellen und weitere Akteure monatlich. Wie wichtig ist dieser regelmäßige Austausch für die vielen Fragen rund um die Themen Migration und Integration in Leipzig?

Frau Alves: In der Netzwerkarbeit spielt das auch eine große Rolle: Wir versuchen von der Mikroebene auf die strukturelle Ebene zu gehen. Dafür hilft es, eine AG wie die AG Migrationsfachdienste zu haben, in der wir uns monatlich treffen, um genau diese immer wieder auftretenden Probleme zu besprechen und zu schauen: Wie können wir es denn strukturell besser in den Griff bekommen? Zumindest in Leipzig auf unserer kommunalen Ebene. Und dabei hilft es beispielsweise auch, dass wir die Brücke zu den anderen Behörden, Ämtern und Referaten der Stadtverwaltung sind. Wir bitten dann auch andere Behörden zu Sitzungen der AG dazu, besprechen auftretende Probleme gemeinsam und suchen nach Lösungen, die sowohl den Beratungsstellen als auch den Behörden eine Hilfestellung leisten. Denn die Menschen schlagen ja mit ihren Anliegen auch bei den Behörden auf, so dass sich die Probleme dann anhäufen und einen Bearbeitungsaufwand nach sich ziehen. Und mit dem Rahmen der AG haben wir die Möglichkeit, schneller zu Lösungen zu kommen.

Frau Lorenz: Man kann einen Prozess auch viel zielgerichteter gestalten, wenn durch die MBE ein Fall vorgestellt wird und man direkt sieht: Das wird ein strukturelles Problem sein. Man kann dadurch bestenfalls die Vorgänge in den Behörden anpassen. Die Prozesse werden immer wieder angeguckt: Wo läuft es gut? Wo läuft es nicht so gut? Und wir haben ein solches Vertrauensverhältnis, dass wir einfach alles gut besprechen können.

Frau Alves: Das ist auch das, was im Sachverständigenrat für Integration und Migration gefordert wird: diese Praxis-Checks. Auf der Ebene der Kommune können wir dann sagen: Was bedeutet die Umsetzung eines Gesetzes im Einzelfall? Klappt das auch?

Frau Lorenz: Wir tauschen uns in den Runden auch über Gesetzesänderungen und geplante Änderungen aus und formulieren dazu Positionen, die wir wiederum in die eigenen Netzwerke mitnehmen.

Und das, was Sie vor Ort besprechen, geben Sie bei Bedarf als Kommune auch an das Land weiter?

Frau Alves: Ganz genau. Wenn es mal Auslegungsprobleme gibt, wenn Fragestellungen ungeklärt sind oder wenn man als Beratungsstelle nicht weiß, welche Entscheidung getroffen wird von den einzelnen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern der Ausländerbehörde. Die einen legen es so aus, die anderen so. Wenn so etwas der Ausländerbehörde zurückgespiegelt wird, wenden die sich auch an ihre Fachaufsicht. Und dann bekommen wir wieder die Rückmeldung und haben eine konkrete Information, die wir auch an die Migrationsberatungsstellen weitergeben können. Natürlich nicht, wenn es etwas Vertrauliches ist. Damit herrscht dann Klarheit.

Wenn festgestellt wird, das ist ein Kernproblem, das wir nicht auf der kommunalen Ebene lösen können, sondern eventuell auf Bundes- oder Landesebene, haben wir die Möglichkeit, diese Themen, die auch bei den Beratungsstellen in der Praxis auftreten, beim Deutschen Städtetag oder beim Sächsischen Städte- und Gemeindetag einzubringen.

Das heißt, Sie benötigen auch diese Praxisbeispiele, die über die Beratungsstellen kommen, um die kommunalen Prozesse aktiv zu gestalten?

Frau Alves: Ich denke, wir könnten das Ganze auch gar nicht steuern oder koordinieren, wenn wir nicht wüssten, was für Probleme bei den Menschen im Alltag auftreten. Denn wir haben auch nicht immer Daten oder Erkenntnisse aus Erfassungen. Wir können uns in der Praxis also auch immer nur auf die Rückmeldungen der Beratungsstellen verlassen. Und die sind wichtig, um zu wissen: Was braucht es eigentlich? Was müssen wir als Kommune machen, um gewisse Probleme angehen zu können, damit gewisse Probleme nicht mehr auftreten? Manchmal gibt es natürlich keine Steuerungsmöglichkeiten. Dann sind Gesetze einfach, wie sie sind. Aber oft geht es in der Praxis um die Auslegung von Gesetzen, manchmal nur um Details oder einfach um die Vermittlung von Informationen.

Frau Lorenz: Es ist manchmal schwer bei dem Thema, sich in alle Perspektiven hineinzuversetzen. Man merkt erst durch die Praxis: Welche Frage hat der Arbeitgeber? Welche die Arbeitnehmerin? Welche der Kindergarten? Durch den sehr engen Bezug zur Praxis sieht man dann: Okay, das sind wichtige Informationen, die geteilt werden müssen. Da sind strukturelle Probleme, wo wir Prozesse anpassen müssen.

Die AG Migrationsfachdienste als wichtiger Akteur mit breitem Netzwerk

Wie hat sich denn die Zusammenarbeit zwischen Kommune und den Migrationsberatungsstellen im Laufe der Jahre entwickelt?

Frau Alves: Die monatlichen Treffen gibt es, seitdem ich im Referat arbeite. Die enge Zusammenarbeit selbst ist unverändert. Was sich ein wenig verändert hat, ist die Steuerung. Die AG wurde sehr lange von meiner Vorgängerin koordiniert. Jetzt rotieren wir jährlich, um nicht als Kommune zu dominieren und die Themen vorzugeben. Das Ansinnen war, es paritätischer zu gestalten, damit sich alle gleichermaßen einbringen und zu Wort kommen. Dass wir als Referat die Brückenfunktion zu anderen Ämtern haben, ist weiterhin so. Nur soll die AG von allen gleichermaßen verantwortet und bespielt werden.

Frau Lorenz: Die AG ist mittlerweile als „Institution“ oder als „Sprechorgan“ für die Fachdienste stärker verankert, etwa bei der Ausländerbehörde oder dem Jobcenter. Das liegt auch daran, dass zum Beispiel Kooperationsvereinbarungen mit dem Jobcenter geschlossen wurden. Die AG wurde also im Laufe der Zeit als Gremium mit einer gewissen Expertise und als Netzwerk wahrgenommen. Dabei ist auch wichtig, dass die AG trägerübergreifend ist. Es ist nicht nur ein Träger, der etwas sagt, sondern es sind alle Träger der Migrationsfachdienste und die sprechen sehr einheitlich.

Nach Außen hat die AG also eine größere Wirkung als früher?

Frau Lorenz: Die AG wird auch mehr genutzt als früher, weil klar ist, wie groß das Netzwerk um die AG herum ist. Heute ist es auch so, dass wir gefragt werden: Können Sie diese Informationen über die AG nochmal verteilen?

Frau Alves: Oder auch: Können wir einmal in die AG kommen, um unser Projekt vorzustellen? Etwa bei Arbeitsmarktprojekten, damit die MBEs und JMDs auch die Kontakte haben und Ratsuchende zusteuern können. Auch die Ausländerbehörde verweist in den letzten Jahren viel aktiver auf die MBEs und JMDs.

Frau Lorenz: Das Jobcenter hat jetzt komplett auf digitalen Zugang umgestellt und zuvor über die AG der Migrationsfachdienste dafür geworben, was das heißt und was das auch in der Praxis bedeutet. Sie haben versucht, vorher die Änderungen relativ engmaschig abzusprechen, und Schulungen angeboten im großen Kreis, um Schwierigkeiten vorzubeugen und diejenigen Beratenden direkt mitzunehmen, bei denen in der Praxis dann die Personen sitzen, die online versuchen, Bürgergeld zu beantragen.

Frau Alves: Für das Jobcenter war es auch wichtig, das Feedback aufzunehmen, wenn bei den Besprechungen gesagt wurde, was es aber auch brauche. Wenn Ihr digitalisiert, was brauchen dann vielleicht die Menschen auch, die diesem Digitalisierungsprozess nicht folgen können? Dieses Feedback wurde eingeholt und an gewissen Stellen auch berücksichtigt.

Besprechen Sie in der AG Migrationsfachdienste auch konkrete Fallkonstellationen?

Frau Alves: Wir machen auch immer eine Fallbesprechung in der AG, von der alle profitieren können. Gerade für neue Träger oder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war das immer eine tolle Bereicherung. Denn es handelt sich um Sachverhalte, die oft gleichlautend sind, gerade beim Familiennachzug oder Visazustimmungsverfahren.

Frau Lorenz: Wir sprechen uns auch inhaltlich und hinsichtlich unserer Expertise ab, so dass nicht jeder und jede etwas neu recherchieren muss, sondern man fragt: Hattet Ihr den Fall schon mal? Wie habt Ihr das damals gemacht? Das ist natürlich enorm zeitsparend und schont Ressourcen, so dass mehr Menschen aus der Kommune beraten werden können.

Das ist dann auch wieder förderlich für die Kommune, weil klar ist, dass die Anträge richtig bei der Ausländerbehörde eingehen. Gerade auch, weil die Ausländerbehörde nicht die Kapazitäten hat, so umfangreich zu beraten. Und wenn die Ausländerbehörde gern an die Beratungsstellen verweist, müssen sie natürlich auch ein Stück weit offen sein, Antworten zu geben auf deren Fragen. Das heißt dann aber nicht, dass Beratungsstellen und Ausländerbehörde bei Rechtsfragen immer einer Meinung sind. Aber das halten bei uns alle gut aus.

Man hat ja auch unterschiedliche Rollen.

Frau Alves: Das wird auch gut verhandelt bei uns. Das wissen wir auch alle und das ist auch okay so.

Zusammenarbeit von Kommune und Beratungsstellen im Willkommenszentrum

Ein besonderer Ort der Zusammenarbeit zwischen Kommune und Migrationsfachdiensten ist das Willkommenszentrum der Stadt Leipzig. War von Beginn an geplant, dass die Beratungsstellen hier ebenfalls eine Beratung anbieten soll?

Frau Alves: Das war von Anfang an mitgeplant. Es gab 2018 einen Ratsbeschluss für ein Willkommenszentrum, aber es waren noch keine Personalstellen hinterlegt. Um also überhaupt ein Beratungsangebot etablieren zu können, waren wir von Anfang an auf die Kooperation angewiesen. Und das Gute war, dass wir durch die AG schon die Arbeitskontakte hatten. Auf Leitungsebene konnten dann die Träger gefragt werden: Wer von Ihnen ist interessiert, hier mitzuarbeiten? Und da war die Bereitschaft dann auch recht hoch. Von den beiden JMDs berät einer. Die hatten sich untereinander geeinigt, wer das übernimmt. Und wir haben mehrere MBEs, die im Willkommenszentrum ihr Beratungsangebot haben.

Impression aus dem Willkommenszentrum Leipzig während einer Veranstaltung

Impression aus dem Willkommenszentrum Leipzig während einer Veranstaltung, © Willkommenszentrum Leipzig/Stadt Leipzig.

Was ist der Vorteil der Kommune, dass die Beratungsdienste in Ihrem Willkommenszentrum tätig sind?

Frau Alves: Für uns ist natürlich der Vorteil, dass wir dort ein professionelles Beratungsangebot haben und Ratsuchenden sagen können: „Kommt hierher. Wir haben eine MBE.“ Und im besten Fall kann man die Erstberatung und Erstorientierung dort schon klären. Es sind ja auch nicht alles Case Management-Fälle über mehrere Monate. Es können auch Einzelfragen sein.

Der Vorteil für beide Seiten ist die enge Zusammenarbeit zwischen unserem Referat und der MBE. Und für die MBE passt die Beratung im Willkommenszentrum zu ihrem Portfolio. Sie können dort mehrere kleinere Fälle in kurzer Zeit abarbeiten. Es ist auch gut, wenn die MBE direkt in der kommunalen Einrichtung sitzt und auch die Möglichkeiten hat, von dort aus den direkten Kontakt zu den Ämtern und Referaten zu suchen. Dadurch werden noch andere Türen geöffnet.

Frau Lorenz: Am Ende verweist die MBE oft ja auch an sich selber. Aber man kann dort ein erstes Clearing machen, damit vielleicht auch weniger Leute zur MBE gehen, weil im Willkommenszentrum schon einmal ganz niedrigschwellig draufgeschaut wurde und man gucken kann: Okay, eigentlich muss die Person zu einer Beratungsstelle für die Anerkennung ihrer Abschlüsse. Oder zu einer Schuldnerberatung. Durch dieses Erst-Clearing bei so einem ganz niedrigschwelligen Angebot hoffe ich sogar auch, dass die Fallzahlen bei der MBE vielleicht sogar sinken.

Wie funktionieren dabei die Absprachen zwischen den kommunalen Angeboten auf der einen und den Migrationsberatungsdiensten von MBE und JMD auf der anderen Seite? Wie wirken diese zusammen?

Frau Alves: Manchmal irren die Menschen zwischen den Beratungsstellen herum und kommen nirgendwo richtig an, wo sie an die richtige Beratung oder die richtige Stelle verwiesen werden. Und dafür passt die Kombination Willkommenszentrum, MBE und JMD gut, weil die Beratenden durch die gute Netzwerkarbeit, die wir in der AG haben, genau wissen, wo die Person am besten aufgehoben ist oder wo die Fragestellung konkret am besten beantwortet werden kann.

Frau Lorenz: Die kommunalen Integrationskoordinatorinnen und -koordinatoren, die von Seiten der Kommune im Willkommenszentrum arbeiten, haben die Anbindung an die Stadtteile und wissen, was für Projekte in den Stadtteilen bestehen, an die man wiederum Leute verweisen kann. Bei der MBE weiß ich nicht, ob sie immer wissen, welches kleine Stadtteilangebot in Leipzig-Paunsdorf gerade besteht. Dadurch hat man so was wie einen Melting Pot an Expertise – sowohl aufenthaltsrechtlich als auch strukturell.

Über das Willkommenszentrum werden auch viele Veranstaltungen umgesetzt. Und auch da ist es wieder so, dass aus den Migrationsfachdiensten der Hinweis kommt, dass es bei diesem oder jenem Thema einen Bedarf gibt. Dann wissen wir als Kommune wiederum, das sind die Themen, die die Leute bewegen. Und dann kann man gezielt Leute informieren. So haben wir im Willkommenszentrum zusammen mit der Ausländerbehörde viele Online-Informationsveranstaltungen gemacht. Dank der MBEs haben wir eine direkte Anbindung an die Zielgruppen, bei denen die Veranstaltungen beworben werden.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Weiterlesen

Spotlight Leipzig: Enges Netzwerk zwischen Migrationsberatung und Kommune, Bericht vom 5. Mai 2025

Stadt Leipzig, Homepage des Willkommenszentrums 

Hinweis

Das Interview spiegelt ausschließlich die Meinung der Interviewten wider.

Fotonachweise

Titelbild: Außenansicht des Gebäudes, in dem sich sowohl das Willkommenszentrum als auch das Referat für Migration und Integration der Stadt Leipzig befinden. © Agentur fizzy-mint

Die Verwendung der beiden Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Stadt Leipzig.



© Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte